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	<title>Comments on: blöde.stupid :: fragen.questions</title>
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		<title>By: mod</title>
		<link>http://www.volker-kopetzky.de/mx-stupid-questions/#comment-7</link>
		<dc:creator>mod</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 May 2006 08:03:07 +0000</pubDate>
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		<description>„Gibt es Unterschiede im Konzept der Individualität?“

Hallo Volker. Meiner Meinung nach gibt es sowohl in der Konzeption, wie auch in den real existierenden Ausprägungen menschlicher(!) – auf mehr will ich lieber gar nicht eingehen -  Individualität erheblich unterschiedliche Konzepte wie auch erheblich unterschiedliche Implementierungen.

Ad absurdum führt das ganze wohl am besten die alte Serie Startreck mit den „Borg“, einer Gesellschaft, in der jedes Individuum ständig aktiv mit dem Kollektiv verbunden (assimiliert) ist und das Kollektiv alles, das Individuum nichts bedeutet.

Ich denke die „Borg“ sind eine Karikatur der Startreck-Autoren auf die Konzepte von Marx und Engels – wohingegen ich durchaus zu realisieren im Stande bin, dass die US-amerikanische Art der Gehirnwäsche den Autoren wohl kein sehr vollständiges Bild dieser Theorien und Theoretischen Entwürfe, wie auch ihrer einst existenten „real existierenden“ Implementierungen vermittelte.

Aber dennoch sind wir mit den Ideen des „Sozialismus“ und des „Kommunismus“ natürlich bei einem völlig anderen konzeptionellen Entwurf von „Individualität“ (und individueller Freiheit), als eben bei unsrem (sozial verbrämtem) kapitalistischen Gesellschaftsentwurf.

Aber wir müssen eigentlich gar nicht so weit gehen. Schau einfach nur im Sport. Auch dort gibt es verschiedene Entwürfe von Individualität und ich will gar nicht auf die Unterschiede zwischen Individualsportarten einerseits und Mannschaftssportarten andererseits eingehen, weil mir dort die Unterschiede doch zu offensichtlich sind. Nein, schau nur auf die Mannschaftssportarten.

Hast Du als Trainer ein paar starke Einzelspieler zur Verfügung, wirst Du darauf setzen, dass diese „das Spiel lesen“ und die „Mannschaft führen“ können. Hast Du dagegen keine herausragenden Einzeltalente sondern sämtlich Spieler, die – mehr oder weniger - auf ein und demselben Niveau sind, so wirst Du eher dem Konzept „Die Mannschaft ist der Star“ folgen. Schwer zu sagen, welches der Konzepte „erfolgreicher“ ist. Aber darum geht es hier ja gar nicht. Ja, „Spielgestalter“ und „Die Mannschaft ist der Star“ sind unterschiedliche Konzepte von Individualität.

Und da Du das ganze etwas globaler sehen willst, natürlich benötigen unterschiedliche Zeiten (in der Menschheitsgeschichte), Religionen und Kulturen unterschiedliche Konzepte der „Individualität“.

Die Staatsorganisation des Mittelalters z.B. war geprägt von wenigen herausragenden Einzelkönnern (Grafen, Fürsten, Kardinäle, Könige, Kaiser) und von einer eher ungebildeten „dumpfen“ und dummen (dumm gehaltenen ?) Masse der Bevölkerung. Die Monarchie, die Leibeigenschaft, das Lehenswesen waren ideale Konzepte zur Aufrechterhaltung dieser Gesellschaftsstrukturen. Interessant ist dann auch das Ende dieser Epoche. Dort nämlich zerrte die „Aufklärung“, die „Reformation“ auf der einen Seite, wollte die (Masse der) Menschen „klug“ machen, während eben jetzt spätestens der Zeitpunkt kam, wo Adel (und Bürgertum?) die Massen lieber dumm gehalten hätten, weil sie eben schnell erkannten, dass dieses neue Konzept von Individualität ihre Gesellschaftsordnung und ihren persönlichen (individuellen!) Status erheblich gefährdeten.

Im Ergebnis führte man neben dem 30-jährigen Krieg und der französischen Revolution und ihrer europaweiten Folgen noch ein paar Jahrhunderte Scharmützel und Kriege gegeneinander, bei denen eben die unterschiedlichen Konzepte von Individualität erneut aufeinander prallten. Das ganze kulminierte dann sicherlich in WKII, wo Staaten wie Japan oder Deutschland, die auf eine starkes Führerprinzip (hierarchische Ausrichtung der individuellen Freiheiten) setzten sich (ein letztes Mal?) gegen „Demokratie und Freiheit“ aufbäumten.

Aber auch Demokratie bedeutet ja nicht uneingeschränkte Freiheit des Individuums. Im Gegenteil gibt es da ja so unterschiedliche Entwürfe wie Rosa Luxemburgs „Freiheit ist immer die Freiheit des anders denkenden“ einerseits und das aktuelle US-amerikanische Credo „wer nicht für uns ist. ist gegen uns“ (und darf mit Waffengewalt bekämpft werden).

In den aktuell implementierten Instanzen ist Demokratie mehr oder weniger eine Diktatur einer „Mehrheit aus der Vergangenheit“ (Wahlen wirken ja immer nur auf die Zukunft nie auf die Gegenwart) über eine „Minderheit aus der Vergangenheit“. Konzepte direkter Demokratie, die also wenigstens versuchen das Prinzip Mehrheit beherrscht Minderheit auf die „Gegenwart“ zu projizieren existieren m.W. implementiert nur in der Schweiz.

Wie weit jedoch „direkte Demokratie“ zu mehr Freiheit des Individuums und nicht (gerade im Informationsgesellschaften) zu einer indirekten Diktatur der Medienbesitzer (Informationsverkäufer, -Manipulateure und –Unterdrücker) führt darf angesichts der Erfahrungen mit Berlusconi durchaus gefragt werden.

Natürlich gibt es in der Theorie auch noch das Prinzip der Anarchie, das angeblich die vollständige Freiheit des Individuums garantieren soll. Die bis heute in der Menschheitsgeschichte implementierten Formen von Anarchie dagegen waren nichts weiter als eine Gesellschaftsordnung nach dem „Recht des Stärkeren“ (am Ende also ein Rückweg in die Monarchie).

Das grundlegende theoretische Problem der Anarchie ist dabei nämlich wie folgt zu sehen. Wenn ich eine Gesellschaft habe, in der jeder alle Freiheiten ohne Einschränkungen hat, allerdings die Regel gilt, dass jede/r seine Freiheiten nur soweit nutzt, wie er andere in ihrer Freiheit nicht einschränkt. Was mache ich denn mit denen, die nicht bereit sind sich an diesen Artikel 1 des „Grundgesetzes der Anarchie“ zu halten, also mit Regelverletzern? Ein einziger davon kann das ganze Gesellschaftssystem einer implementierten Anarchie zerstören.

Ich denke, dass ein wesentlicher Knackpunkt bei der aktuellen Diskussion um (westliche) Demokratie einerseits und (islamistischen) Gottesstaat auf der anderen Seite daher rührt, dass eben Demokratie immer nur die innere Ordnung einer Gesellschaft regelt. Das heißt während sich innerhalb der USA jeder, der der Mehrheit (der gezählten! Wähler!) angehört frei fühlen kann, kann sich niemand frei fühlen, der von diesem Gemeinwesen bedroht und/oder bekehrt werden soll.

Man darf dabei eben gerade die Bundesrepublik Deutschland nach 1949 nicht zum Prototypen für den Irak, den Iran oder Afghanistan machen wollen. Zum einen bauten die Besatzungsmächte im ehemaligen Deutschen Reich nach 1945 durchaus zunächst keine Demokratie sondern eine Diktatur der Militärverwaltung auf, die man nach und nach demokratisch verbrämte (es darf nicht vergessen werden, dass die BRD erst 1968 mit der Verabschiedung der sogen. „Notstandgesetze“ wieder weitgehende Souveränität erlangte, also nach 23 Jahren mehr oder weniger starker Zwangsverwaltung durch die Alliierten, die die letzten Bastionen ihrer Exterritorialen Besitzungen in der BRD ja bis heute (61 Jahre später) nicht geräumt haben.

Zudem dürften auch die unterschiedlichen Konzepte von Individualität denen in die Suppe spucken, die in verschiedenen Religionen begründet liegen. Sind mir schon die unterschiedlichen Konzepte von Individualität, wie sie die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland einerseits, George Bushs Kirche in den USA andererseits vertreten und schließlich das individualistische Konzept das Jesus von Nazarteh (selbst in der durch diese Kirchen oft gefälschten Version) der biblische Überlieferung höchst suspekt. So wird doch jemand, der den verschiedenen Strömungen des Islam, des Hinduismus oder des Buddhismus angehört noch viel größere Probleme mit diesen Konzepten haben.

Fazit. Es scheint fast so viele Konzepte von menschlichem Individualismus zu geben, wie es Menschen (menschliche Individuen) gibt ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Gibt es Unterschiede im Konzept der Individualität?“</p>
<p>Hallo Volker. Meiner Meinung nach gibt es sowohl in der Konzeption, wie auch in den real existierenden Ausprägungen menschlicher(!) – auf mehr will ich lieber gar nicht eingehen &#8211;  Individualität erheblich unterschiedliche Konzepte wie auch erheblich unterschiedliche Implementierungen.</p>
<p>Ad absurdum führt das ganze wohl am besten die alte Serie Startreck mit den „Borg“, einer Gesellschaft, in der jedes Individuum ständig aktiv mit dem Kollektiv verbunden (assimiliert) ist und das Kollektiv alles, das Individuum nichts bedeutet.</p>
<p>Ich denke die „Borg“ sind eine Karikatur der Startreck-Autoren auf die Konzepte von Marx und Engels – wohingegen ich durchaus zu realisieren im Stande bin, dass die US-amerikanische Art der Gehirnwäsche den Autoren wohl kein sehr vollständiges Bild dieser Theorien und Theoretischen Entwürfe, wie auch ihrer einst existenten „real existierenden“ Implementierungen vermittelte.</p>
<p>Aber dennoch sind wir mit den Ideen des „Sozialismus“ und des „Kommunismus“ natürlich bei einem völlig anderen konzeptionellen Entwurf von „Individualität“ (und individueller Freiheit), als eben bei unsrem (sozial verbrämtem) kapitalistischen Gesellschaftsentwurf.</p>
<p>Aber wir müssen eigentlich gar nicht so weit gehen. Schau einfach nur im Sport. Auch dort gibt es verschiedene Entwürfe von Individualität und ich will gar nicht auf die Unterschiede zwischen Individualsportarten einerseits und Mannschaftssportarten andererseits eingehen, weil mir dort die Unterschiede doch zu offensichtlich sind. Nein, schau nur auf die Mannschaftssportarten.</p>
<p>Hast Du als Trainer ein paar starke Einzelspieler zur Verfügung, wirst Du darauf setzen, dass diese „das Spiel lesen“ und die „Mannschaft führen“ können. Hast Du dagegen keine herausragenden Einzeltalente sondern sämtlich Spieler, die – mehr oder weniger &#8211; auf ein und demselben Niveau sind, so wirst Du eher dem Konzept „Die Mannschaft ist der Star“ folgen. Schwer zu sagen, welches der Konzepte „erfolgreicher“ ist. Aber darum geht es hier ja gar nicht. Ja, „Spielgestalter“ und „Die Mannschaft ist der Star“ sind unterschiedliche Konzepte von Individualität.</p>
<p>Und da Du das ganze etwas globaler sehen willst, natürlich benötigen unterschiedliche Zeiten (in der Menschheitsgeschichte), Religionen und Kulturen unterschiedliche Konzepte der „Individualität“.</p>
<p>Die Staatsorganisation des Mittelalters z.B. war geprägt von wenigen herausragenden Einzelkönnern (Grafen, Fürsten, Kardinäle, Könige, Kaiser) und von einer eher ungebildeten „dumpfen“ und dummen (dumm gehaltenen ?) Masse der Bevölkerung. Die Monarchie, die Leibeigenschaft, das Lehenswesen waren ideale Konzepte zur Aufrechterhaltung dieser Gesellschaftsstrukturen. Interessant ist dann auch das Ende dieser Epoche. Dort nämlich zerrte die „Aufklärung“, die „Reformation“ auf der einen Seite, wollte die (Masse der) Menschen „klug“ machen, während eben jetzt spätestens der Zeitpunkt kam, wo Adel (und Bürgertum?) die Massen lieber dumm gehalten hätten, weil sie eben schnell erkannten, dass dieses neue Konzept von Individualität ihre Gesellschaftsordnung und ihren persönlichen (individuellen!) Status erheblich gefährdeten.</p>
<p>Im Ergebnis führte man neben dem 30-jährigen Krieg und der französischen Revolution und ihrer europaweiten Folgen noch ein paar Jahrhunderte Scharmützel und Kriege gegeneinander, bei denen eben die unterschiedlichen Konzepte von Individualität erneut aufeinander prallten. Das ganze kulminierte dann sicherlich in WKII, wo Staaten wie Japan oder Deutschland, die auf eine starkes Führerprinzip (hierarchische Ausrichtung der individuellen Freiheiten) setzten sich (ein letztes Mal?) gegen „Demokratie und Freiheit“ aufbäumten.</p>
<p>Aber auch Demokratie bedeutet ja nicht uneingeschränkte Freiheit des Individuums. Im Gegenteil gibt es da ja so unterschiedliche Entwürfe wie Rosa Luxemburgs „Freiheit ist immer die Freiheit des anders denkenden“ einerseits und das aktuelle US-amerikanische Credo „wer nicht für uns ist. ist gegen uns“ (und darf mit Waffengewalt bekämpft werden).</p>
<p>In den aktuell implementierten Instanzen ist Demokratie mehr oder weniger eine Diktatur einer „Mehrheit aus der Vergangenheit“ (Wahlen wirken ja immer nur auf die Zukunft nie auf die Gegenwart) über eine „Minderheit aus der Vergangenheit“. Konzepte direkter Demokratie, die also wenigstens versuchen das Prinzip Mehrheit beherrscht Minderheit auf die „Gegenwart“ zu projizieren existieren m.W. implementiert nur in der Schweiz.</p>
<p>Wie weit jedoch „direkte Demokratie“ zu mehr Freiheit des Individuums und nicht (gerade im Informationsgesellschaften) zu einer indirekten Diktatur der Medienbesitzer (Informationsverkäufer, -Manipulateure und –Unterdrücker) führt darf angesichts der Erfahrungen mit Berlusconi durchaus gefragt werden.</p>
<p>Natürlich gibt es in der Theorie auch noch das Prinzip der Anarchie, das angeblich die vollständige Freiheit des Individuums garantieren soll. Die bis heute in der Menschheitsgeschichte implementierten Formen von Anarchie dagegen waren nichts weiter als eine Gesellschaftsordnung nach dem „Recht des Stärkeren“ (am Ende also ein Rückweg in die Monarchie).</p>
<p>Das grundlegende theoretische Problem der Anarchie ist dabei nämlich wie folgt zu sehen. Wenn ich eine Gesellschaft habe, in der jeder alle Freiheiten ohne Einschränkungen hat, allerdings die Regel gilt, dass jede/r seine Freiheiten nur soweit nutzt, wie er andere in ihrer Freiheit nicht einschränkt. Was mache ich denn mit denen, die nicht bereit sind sich an diesen Artikel 1 des „Grundgesetzes der Anarchie“ zu halten, also mit Regelverletzern? Ein einziger davon kann das ganze Gesellschaftssystem einer implementierten Anarchie zerstören.</p>
<p>Ich denke, dass ein wesentlicher Knackpunkt bei der aktuellen Diskussion um (westliche) Demokratie einerseits und (islamistischen) Gottesstaat auf der anderen Seite daher rührt, dass eben Demokratie immer nur die innere Ordnung einer Gesellschaft regelt. Das heißt während sich innerhalb der USA jeder, der der Mehrheit (der gezählten! Wähler!) angehört frei fühlen kann, kann sich niemand frei fühlen, der von diesem Gemeinwesen bedroht und/oder bekehrt werden soll.</p>
<p>Man darf dabei eben gerade die Bundesrepublik Deutschland nach 1949 nicht zum Prototypen für den Irak, den Iran oder Afghanistan machen wollen. Zum einen bauten die Besatzungsmächte im ehemaligen Deutschen Reich nach 1945 durchaus zunächst keine Demokratie sondern eine Diktatur der Militärverwaltung auf, die man nach und nach demokratisch verbrämte (es darf nicht vergessen werden, dass die BRD erst 1968 mit der Verabschiedung der sogen. „Notstandgesetze“ wieder weitgehende Souveränität erlangte, also nach 23 Jahren mehr oder weniger starker Zwangsverwaltung durch die Alliierten, die die letzten Bastionen ihrer Exterritorialen Besitzungen in der BRD ja bis heute (61 Jahre später) nicht geräumt haben.</p>
<p>Zudem dürften auch die unterschiedlichen Konzepte von Individualität denen in die Suppe spucken, die in verschiedenen Religionen begründet liegen. Sind mir schon die unterschiedlichen Konzepte von Individualität, wie sie die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland einerseits, George Bushs Kirche in den USA andererseits vertreten und schließlich das individualistische Konzept das Jesus von Nazarteh (selbst in der durch diese Kirchen oft gefälschten Version) der biblische Überlieferung höchst suspekt. So wird doch jemand, der den verschiedenen Strömungen des Islam, des Hinduismus oder des Buddhismus angehört noch viel größere Probleme mit diesen Konzepten haben.</p>
<p>Fazit. Es scheint fast so viele Konzepte von menschlichem Individualismus zu geben, wie es Menschen (menschliche Individuen) gibt <img src='http://www.volker-kopetzky.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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